Neustart

0930 geht's los - mit den eingangs erwähnten 14% Steigung. Ich schiebe. Blauer Himmel, die Sonne scheint, aber es ist kalt. Auf der Wilhelmshöhe nehme ich erstmals Fahrt auf. Es geht Richtung Ettlingen.
Mein Rad wurde einer radikalen Diät unterzogen. Es fehlen die Lichterkette und meine "Weltkulturerbe"-Klingel (Grüße an Thomas 🙂). Das war's leider auch schon. Um einen guten Willen zu zeigen hab ich die Haare in meinem Gesicht und auf meinem Kopf getrimmt, macht nochmal ein halbes Pfund. Neben dem neuen Mantel, der das Gewicht nicht verändert kamen allerdings andere Komponenten hinzu: Schlaufen an meinen Pedalen, eine komplett kabelgebundene Lichtanlage (hier fallen wieder nur die Kabel ins Gewicht) und einen Bambusstock, der, unter den Sattel geklemmt, als Fahrradständer dienen soll. Ich habe, glaube ich, nie erwähnt, wie herausfordernd es ist so ein schweres Fahrrad auf losem Untergrund ohne "Lehne" abzustellen. Übrigens stand ich heute morgen mit und ohne auf der Waage: 52,6 kg. Ich habe wirklich großen Respekt vor den Konstrukteuren dieses Rahmens 😃
Ich fahre am Rhein entlang in zunehmend dichtem Nebel. Ich zieh die Warnweste an. Meine Hände haben irgendwann den Temperatur-Tiefpunkt erreicht und sind nach diversen Fingermassagen passabel temperiert. Meine Füße sind noch auf dem Weg zum Tiefpunkt. Ich fahre durch richtig dicke Suppe, der Fahrradrahmen ist nass. Dass wir einen Stern umkreisen, scheint mir gerade absurd. Der Nebel schlägt sich wieder wellenförmig auf meiner Kleidung ab.
Pausen mach ich wenig und kurz. Anhalten, Rucksack auf, essen/trinken und dabei auf den Zehenspitzen rumtänzeln. Bloß nicht abkühlen - weiter! In Straßburg zieh ich eine dritte Jacke an.

 


Nun bin ich wieder auf den ellenlangen, schnurgeraden Radwegen unterwegs. Ein paar Menschen gehen mit dem Hund, manche joggen. Ich fahre an der Stelle vorbei, wo ich letztes Jahr zum ersten Mal gecampt hab. Heute fahr ich weiter und suche mir ein Dach. Direkt neben dem Radweg taucht eine verfallene "Garage" für Schienenfahrzeuge auf. Ich schieb mein Rad rein, befinde den Untergrund für ausreichend und schlage mein Zelt auf.

 


Obwohl ich das Bundesgebiet bereits hinter mir gelassen habe, habe ich schlechten Empfang 😅

Kommentare

  1. Hey Patrick,
    wünsche dir einen guten Start und eine schöne Reise!

    Liest sich schon wieder hervorragend 🤣

    AntwortenLöschen
  2. Es geht weiter! Ich bin gespannt!
    Ich wünsche dir eine gute Reise und Alles Gute! Vor allem gutes Wetter und weder Material- noch Körperkomplikationen.
    Luv geht raus 💕

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Patrick!
    Schade das die Klingel zu Hause bleiben musste. 😀
    Beim Blick auf dein Foto vom "Canale Grande" kommen Erinnerungen hoch.....Wahnsinn, ist schon wieder ein Jahr her. Wünsche Dir eine gute und sichere Reise.....Thomas S

    AntwortenLöschen
  4. Da zieht er wieder von dannen. Ich freu mich schon jetzt wieder auf deinen Newsletter :-)) luv

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rheinquerung

Widerstand

Salzseen