Posts

LSD

Bild
Der Titel deutet schon an, dass wir uns immernoch im Themenfeld Bewusststein befinden. Diese Buchstabenkombination löst in vielen Menschen ein irgendwie ungutes Gefühl aus. Es ist nicht ganz klar, was es ist oder warum es dieses Gefühl auslöst. Schaut mal in euch rein, welche Bilder habt ihr jetzt im Kopf? Bunte Farben, Hippies, Menschen, die aus Fenstern springen, "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", ein Bewusstloser mit Nadel im Arm? Wir sind alle Opfer einer jahrzehntelangen Drogenprohibition, die alles in einen Topf wirft, überhaupt kein Interesse an Aufklärung hat, wichtige Forschungsarbeit verhindert und viel mit Angst arbeitet. Das hat super funktioniert: heute wissen selbst sehr interessierte Personen nichts bis wenig darüber und wegen dieses latent unguten Gefühls gibt es auch gar kein Bedürfnis sich dem Thema anzunähern. Ein Glück erlebt die Wissenschaft eine Renaissance auf dem Gebiet! Hier gibt es eine Menge nachzuholen. Für's Weiterlesen ist es daher wichtig, dass i...

Mach Dich frei

Bild
Der Titel verrät es schon, jetzt möchte ich in den off-topic Bereich wechseln und über etwas schreiben, das mich seit Jahren brennend interessiert und maßlos fasziniert. Ich freu mich kürzlich mehr darüber gelernt zu haben und es damit auch für mich selbst in einen neuen Kontext bringen konnte. Das wird ein Dreiteiler, Teil I heißt: Das Bewusstsein Wissenschaftlich wissen wir sehr wenig darüber. Ähnlich wie beim menschlichen Mikrobiom wissen wir, dass es vorhanden ist, aber beschäftigen uns nicht wirklich damit, weil es irgendwie unsexy ist. Wir glauben, Menschen haben unter den Lebewesen die höchste Form eines Bewusstseins. Das ist vermutlich nur teilweise richtig. Wir nehmen den Zustand unseres Bewusstseins als gegeben wahr und konzentrieren uns, wenn das eigene Selbst das Thema ist, viel eher auf unseren Intellekt oder unsere physischen Merkmale. Doch wir sollten beginnen darüber nachzudenken, dass das Bewusstsein der Menschen kein Zustand ist, sondern ein lebenslang fortwährender P...

Nachbereitung

Bild
Ich wohne in der Rua da Rosa im Stadtteil Bairro Alto in einer Einzimmerwohnung, nur 400 m von meinem Zielpunkt entfernt (Zufall). Ich habe exakt ein Fenster und um die Eingangstür zu betreten muss man sich tief, wirklich tief bücken. Ich bleibe beim Verlassen der Wohnung gern mit dem Rucksack am Türrahmen hängen 😅  Lissabon ist mit "Risco Muito Elevado" in der dritten aus vier Risikostufen eingeteilt. An den Wochenenden und an Feiertagen gilt hier ab 13:00 Uhr eine Ausgangssperre, auch wenn man nicht wirklich feststellen kann, dass sich die Straßen ab eins leeren.  Die warmen Temperaturen machen es für mich schwierig so etwas wie Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Wenn ich Menschen mit Weihnachtsbäumen sehe, bin ich verwirrt. Um meine Knochen zu schonen, lege ich nun Distanzen zu Fuß zurück. Knie und Achilles sind wieder in Ordnung. Ich bereite die Tour nach. Im Hinblick auf Folgeprojekte habe ich mein ganzes Gepäck in drei Kategorien eingeteilt. (ein paar items habe i...

Zieleinfahrt

Bild
Der letzte Reisetag ist angebrochen. Ich wache noch immer zu meiner gewohnten Weckzeit automatisch auf. Meine mich sonst regelmäßig begleitende, bleierne Tagesmüdigkeit ist wie weggewischt. Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal gegähnt habe. Im Regelfall ist die Antwort sonst immer: "vorhin" Am Morgen hat es heftigen Nebel. Ich zögere meine Vorbereitungen künstlich hinaus, in der Hoffnung, dass er sich etwas lichtet. Doch er bleibt und mit ihm das trübe Licht. Ich fahre weiter an der Landstraße, die bei Gegenverkehr nicht besonders viel Platz zwischen den LKW und mir bietet. Ich habe Lisas Stirnlampe um den Hals gehängt, sie leuchte nach hinten rot. Beim Geräusch der andonnernden LKW bereite ich mich manchmal gedanklich schon auf den Einschlag vor. Das ist heute mit Abstand das gefährlichste Stück der kompletten Tour gewesen. Noch kritischer, als morgens in Stuttgart mit dem Rad zur Arbeit 😅 Es sind noch knappe 80 km. Der Nebel hält sich beständig. Heute tropft kein S...

Überholen ist hier ein Thema

Bild
Obwohl meine Klamotten gestern Abend nur wenige Stunden draußen hingen, war alles feucht. Auch noch am nächsten Morgen, nachdem ich alles im Zelt hatte. Beim Losfahren sehe ich den Grund dafür: auf der anderen Straßenseite ist ein See 🙈 Es regnet ein bisschen, der Himmel ist bewölkt. Enge Landstraßen führen auf langen Geraden wieder wellenförmig nach Westen.  Die Portugiesen überholen eindeutig anders als die Spanier. In Spanien hatte man wirklich das Gefühl, dass sie zumindest versuchen respektvoll distanziert vorbei zu fahren. Hier knallen sie an einem vorbei, dass die Armhaare wedeln. Oft erreichen mich die wenigen Autos, die unterwegs sind, vor einer Kuppe, sodass sie mit besonderem Elan rechts bleiben. Ich fahre durch große Korkeichenwälder. Viele Bäume sind geschält, der untere Bereich des Stamms ist dann dunkel rotbraun. Bauarbeiter am Straßenrand sind als völlig aus dem Häuschen, wenn ich vorbei komm 😊 "Companheiro" war eins der wenigen Worte, die ich verstanden hab...

Portugal

Bild
 ...das (von mir) gelobte Land 🙂 Nachts fing es zu schütten an, der Lärm der Wassermassen hat mich geweckt. Ich liege im Zelt und traue meinen Ohren nicht. Das ist Regen?! Plötzlich legt die Intensität nochmals deutlich zu! Es klingt wie sich nie leerende Badewannen, die man über der Dachkante auskippt. Wenn das Geräusch nicht großflächig von drei Richtungen kommen würde, hätte ich gesagt, ich zelte neben einem Wasserfall. Ich denke wieder so Dinge, wie "wow, was für ein Glücksfall, dass ich das Dach gefunden habe!" Es ist einfach nur ein Dach und ich bin glücklich! Ich wäre sonst wahrscheinlich mit dem kompletten Zelt im Matsch davon geschwommen. Ich verabschiede und bedanke mich nochmals. Es regnet etwas, Poncho an. Weiter nach Westen, über Mérida nach Badajoz. Mein linkes Knie macht Zicken, aber sonst läufts gut. Ich genieße es, wie jeder einzelne Kilometer vor mir neu ist und jeder hinter mir womöglich für immer Vergangenheit bleiben wird. Mein Ziel zieht mich an, wie ei...

Schafe

Bild
Gestern Abend war es (abgesehen von den Schafen) wieder sehr still. Aus ewiger Entfernung habe ich vereinzelt ein sich näherndes Auto gehört. Es kam aber ewig nicht. Es wird ganz langsam lauter. Ich warte und lausche. Es zieht sich. Ich fange an Zähne zu putzen. Das Geräusch der putzenden Borsten übertönt das Auto. Sehen tu ich aber auch nichts. Ich will gerade die Zahnseide um den Finger wickeln, da erscheint das Auto endlich vor mir.   Landschaftlich war das heute eine sehr schöne Etappe. Endloses Grün! Ich kam mir teils vor wie im Urwald. Bin wieder viel in Wellen gefahren, teils sehr steil bergab/bergauf. Am Ende des Tages sind es auch wieder 1,3 km Höhe. Kein Wunder tun mir die Knochen weh! Doch von vorne: morgens nach dem Start ist meine erste Aufgabe: 18 km der Straße folgen. Das bekomm ich hin! Der Asphalt ist grenzwertig, ich such ständig die beste Linie. Die Sonne scheint und wärmt den Rücken. Der Wind bläst ordentlich von Süden, ich fahre leicht nach links gelehnt. Ich f...