Posts

Mont-Saint-Michel

Bild
  Wieder gute zehn Stunden geschlafen ohne mit der Wimper zu zucken 🤗 Gut, waren gestern auch sieben Stunden im Sattel. Es tröpfelt ein kleines bisschen, ich packe zusammen. Es ist bewölkt, die Sonne schimmert leicht durch die Wolken. Neuer Tag, neue x-tausend Kurbelumdrehungen.  In einem Dorf hole ich mir den ersten Kaffee seit - ich weiß nicht mehr wann und unterhalte mich mit dem Wirt über meine Reise. Weitere Gäste kommen und grüßen ihn wie mich mit Handschlag. Es ist vor 12 und ich bin der einzige männliche Gast, der sich für Kaffee statt Bier entschieden hat 😳 Ich zahle (Preis wieder auf deutschem Niveau und damit fast Faktor vier über Portugal) und frage noch nach einer Füllung meiner Wasserflasche. Dann geht's weiter. Schmale wenig befahrene Landstraße, die sich durch die Felder wellt. Mir kommen mehr Trecker als PKW entgegen.  Die ersten 50 km gehen heute erstaunlich gut vom Bein. Ich nähere mich der Nordküste, wo der entgegen kommende Wind spürbar auffrisch...

Rennes

Bild
Der Tag beginnt entspannt, mal abgesehen von dem rattenartigen Hund, der mich im Zelt ankläfft. Das Herrchen entschuldigt sich, ist aber nicht in der Lage das Tier unter Kontrolle zu bringen. Wie ich das liebe, wenn der Hund das Herrchen ist und unbeteiligte Dritte das ausbaden dürfen. Das kommt so übertrieben häufig vor, dass ich an dem Punkt manchmal schon etwas dünnhäutig bin. Ich bin halt einfach viel draußen 😅 Ich frühstücke, packe zusammen und kurbel weiter Richtung Norden. Der Weg führt mich in großen Teilen über die wenig befahrene D-178 mit einer meist ähnlich "spiegelglatten" Asphaltdecke wie die der TF-28 auf Teneriffa. Was für einen Unterschied das für's Vorankommen macht! Das ist neben dem schönen Wetter die positive Seite. Nervig ist meine springende Kette. Heute funktionieren einzelne Gänge nur in Ausnahmesituation unter etwas Last. Im Zweifelsfall muss ich immer ein paar Gänge zurück schalten und sehr "zärtlich" treten. Am Vormittag kaufe ich de...

Nantes

Bild
Es gab kein nächtliches Klassentreffen. So konnte ich gemütlich schlafen und in aller Ruhe den neuen Tag beginnen. Mittlerweile weiß ich, dass dort auf Tontauben geschossen wird. Nach diversen km auf weiteren Geraden geht es mit der Fähre über die Gironde nach Royan. Weil ich mittlerweile dringend waschen muss, such ich mir einen Campingplatz in Rochefort. Sehr netter Empfang, ich werde zum Zeltplatz eskortiert, kann duschen, wlanen und waschen. Das alles für einen unschlagbaren Preis von 7,45€ 💪 Simone, mit Lastenrad und Hund unterwegs checkt eine Minute nach mir ein. Ich kann die Auscheckzeit von 1200 etwas nach hinten schieben, weil meine Wäsche noch nicht ganz trocken ist. Das anschließende Stückchen von Rochefort nach La Rochelle ist eine Katastrophe. Für motorisierte Fahrzeuge sind es laut maps.me 33 km, auf dem Fahrrad muss man über 37 km (immerhin +12%) konfus um die Landstraße rumgondeln und tatsächlich gefahren bin ich 40. Ein ununterbrochener Wechsel der Richtung, ständig m...

Tout droit

Bild
Ich hatte meine Bremsen nachgestellt. Ich mag es, wenn der "Druckpunkt" sehr früh kommt. Das gibt mir subjektiv ein besseres Verzögerungsgefühl, was objektiv natürlich Quatsch ist. Jedenfalls hab ich es am Hinterrad wohl etwas zu gut gemeint. Da mein Fahrrad und ich so 🤞 sind, hatte ich beim Fahren schon das Gefühl "an diesem Hang, auf dem Belag, bei meinem aktuellen Reifendruck und der Beladungssituation, bei dem Wind und meiner Körperhaltung müsste ich eigentlich gut ein km/h schneller rollen." 🤣 Ich hab die Bremse dann etwas geöffnet und damit aufgehört mit meinen Beinen neben dem Vortrieb die Felge warm zu halten. Ging danach gleich spürbar besser.   Es geht weiter nach Norden, nahe der Küste, fast nur auf Radwegen. Auf endlos scheinenden Geraden fahr ich an Abertausenden (wie ich gelernt hab:) von Napoleons Bäumen vorbei. Wir sprechen hier von zehn km langen schnurgeraden Linien durch den Wald - bevor ein leichter Knick kommt.  Wenn man hier Auto fahren dürft...

"Quelle connerie, la guerre"

Bild
Nach dem Höhen- und Wassergemetzel ist der Sonntag ein richtiger Traum. Leicht bewölkt, die Sonne kommt immer wieder raus. Über lange Strecken fahr ich einem Fluss in Richtung Meer entlang. Dann gemütlich an der Küste, zurück auf der alten Strecke.  Die Erinnerungen von vor einem Jahr poppen vor meinem geistigen Auge auf: hier hab ich Pause gemacht und dort hab ich Wasser nachgefüllt. Hier hab ich meine Handschuhe liegen lassen (und danach umgedreht) und da bin ich falsch abgebogen. Es ist interessant wie mich ein paar random Büsche am Straßenrand drauf hinweisen, dass dort gleich der Wasserspender auftauchen wird, während ich in der Schule als über die Sommerferien den Namen meines Geschichtslehrers vergessen habe 😅 Am Nachmittag mache ich eine dringend notwendige, zweistündige Trocknungspause um den Sonnenhöchststand. Ich breite alles aus und mache es mir gemütlich. Am Nachmittag treff ich einen Fahrrad schiebenden Wanderer aus Norwegen. Da ich grad am Straßenrand Pause mache, s...

Der Fuchsschwanz

Bild
Hinter der Mauer, innerhalb des Fabrikgebäudes pulsiert bereits das Leben. Beim Zusammenpacken werden wir hier und da beäugt, aber keiner sagt was. Weiter geht's. Den ersten Regen warten wir in einem Cafe ab, wo wir jeweils einen Kaffee pro Stunde trinken und unsere Akkus laden. Unsere Fahrräder mit dem nassen Zeug stehen vor dem Haus. Die Trocknungspause machen wir am Nachmittag im Sonnenschein hinter einer Lackiererei. Nachdem wir uns weitere Hügel hochgekämpft haben, ruft Laras Körper nach einer Pause.  Wir machen eine in einem kleinen Bergdorf. Bald ist klar, dass wir heute nicht weiterfahren können. Ich suche nach Schlafgelegenheiten in der Umgebung. Da fast alle Wiesen unter Wasser stehen bzw. matschig sind, entschließen wir uns eine Nacht im zum Glück vorhandenen Hotel zu nehmen. Lara duscht und pennt sofort weg. Ich dusche und nutze das WLAN. Nächster Morgen. Ein sonniger Tag steht an, bevor es die kommenden zwei stark regnen soll. Lara meint, sie müsse mindestens eine weit...